Erkenntnis

Wenn die Haut zu welken beginnt,
wenn Einsamkeit deinen Tag bestimmt,
wenn du innig zu küssen dich schämst,
nicht mehr nach Erotik dich sehnst,
dann hast du viel verloren,
dann ist das Altern geboren.

Wenn ein Mann dich nicht mehr begehrt,
wenn Traurigkeit dein Gesicht verzerrt,
wenn du kritisch im Spiegel gut siehst,
wie Schmelz und Anmut dahin fließt,
dann hast du viel verloren,
dann ist das Altern geboren.

Wenn du`s mit Würde entgegen nimmst,
den Lebensabend beseelt beginnst,
mit Zeit für dich den Tag verschönst,
was du gehabt der Jugend gönnst,
dann hast Du viel gewonnen,
dann hat die Weisheit begonnen.

 

Ich möchte fliegen können

Ich möchte fliegen können, fliegen
in ein fernes Land.
Wo ich das finden kann,
was ich hier niemals fand.
Geborgenheit und eine Liebe
die ich nicht bewein.
Ich möchte fliegen können
tief ins All hinein.

Ich möchte fliegen können, fliegen
noch viel schneller als der Wind.
Zu dem Anfang, wo die
neue Welt beginnt.
Dort, wo die Menschen und Tiere
noch ganz natürlich sind.
Möchte hinfliegen,
wo ein Kind sein darf ein Kind.

Ich möchte fliegen können, fliegen
hin wo's keine Schmerzen gibt.
Dort, wo der Eine wie der Andere
wirklich liebt.
Wo's keinen Hass mehr gibt,
wo alles nicht nur Trug und Schein.
Ich möchte fliegen können, fliegen
tief ins All hinein.

 

Der Neider

Der Neid, ihr Menschen wie ihr wisst,
die Wurzel allen Übels ist.
Die böse Zunge, wie man sagt,
ein jeder Neider nun mal hat.

Weil Neid den Neider tief bewegt,
sind seine Sinne angeregt.
Er denkt und tüftelt sich was aus,
es kommt nichts Gutes dabei raus.

Der Neider, bitte hör gut zu,
er mag dich, will so sein wie du.
Und weil er das nun mal nicht ist,
der Neid in ihm tief nagt und frißt.

Drum rat ich dir, sei auf der Hut,
begegne ihm mit Stolz und Mut.
Mach lächelnd ihm ein Kompliment,
weil er vielleicht so was nicht kennt.

 

Das Gänseblümchen

Von mir gibt es so viele - warum ?
Bin nicht so schön und dufte nicht.
Mein Stängel ist dünn, nackt und krumm,
ich hätt' gern ein Rosengesicht.

Ich steh' nicht in kostbaren Vasen,
begehren soll man auch mich.
Bin nur das Unkraut im Rasen,
zuweilen sogar frißt man mich.

Die Sonne mit wärmenden Strahle,
den Tau mir so zärtlich weg küßt
und das in der Blumenschale -
die Rose so schmerzlich vermisst.

 

Die Erde ist alt

Die Erde ist alt, viele Millionen von Jahren,
die Erde ist krank, sie muss es ertragen,
dass die Menschen brutal ihren Körper zerstören
zu denen auch wir, wir alle gehören -
auch du und ich.

Die Erde wird bös', weil die Wunden sie quälen,
man kann gar nicht mehr, wie viel es sind zählen.
Diese Sünden an ihr, werden sehr bald sich rächen,
sie fällt aus der Bahn, wird im All zerbrechen -
auch du und ich.

Noch wäre es Zeit, diese Wunden zu heilen,
hört dieses Gebot, ihr müsst euch beeilen,
macht die Meere gesund, pflanzt unzählige Bäume,
die Jugend hat dann, wieder Zukunft und Träume -
auch du und ich.

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